Mediaval-Bote

Nachrichten vom Goldberg

Grußwort

Dandelion Wine Dandelion Wine

Greetings to everyone at Festival-Mediaval X!
It is 16065 km between Melbourne and Selb…Is it crazy to travel 16065 km to play at a festival? Maybe… but it's definitely worth it! We have so many great memories of Festival-Mediaval VII in 2013: getting such a warm welcome from the fantastic audience, watching Garmarna (who we had never heard before) while drinking (a little too much) mead with Faun, being there for the last ever Valravn concert, just wandering through the festival meeting people and enjoying the sights, sounds, smells and tastes. Ah, the tastes. Just thinking about this makes us want some Mutzbraten now…
And for those that remember our crowdfunding campaign, Festival-Mediaval is the reason Naomi has blue hair… and yes, four years later it is still Atlantic Blue (or maybe Schlumpfine Blau).
We are really looking forward to coming back again soon - when we see you next time we'll have a new album, a new lineup (including the superb New Zealand cellist Francesca Mountfort) and who knows what else?
So to Bläcky and the entire team: Congratulations on ten years of running such a great festival and giving people so much joy and fun. It's rare to find a festival of this size where all the staff are so fantastic: the organisers, the merch sellers, the security guards, the technical crew, the audience and anyone we have left out. You make this festival so great and so unique. Here's to the next ten years!
Bis bald,
Nicholas and Naomi
Dandelion Wine

Dandelion Wine

Bild des Tages

Foto von Bernd Sonntag

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Liebestolle Trollfrauen und Trolle in der Wissenschaft

Zauberhaft endete der Samstagabend im Literaturzelt mit den „Schattenwebern“ aus Hamburg, die das Publikum mit Geschichten um phantastische Wesen begeisterte. Eine kleine süße Fee wollte lieber Straßenräuber werden, und eine Trollfrau hatte sich unsterblich in einen schmucken Jüngling verliebt. Doch was sie ihm auch an Reichtümern bot, er verschmähte sie. So märchenhaft trollig der Samstag endete, so wissenschaftlich trollig wird es heute Morgen um halb elf. Der Experte für nordische und deutsche Mythologie Prof. Rudolf Simek erzählt aus der Sicht des Wissenschaftlers von Trollen.
Doch noch mal zu Samstag: Die Gebrüder Tom und Stephan Orgel eröffneten die Lesungsreihe vom Samstag mit ganz heißer Ware: Bereits bei ihrer Anreise zum Festival waren ihre Bücherkisten von der Polizei kontrolliert worden. Ähnlich brisant ist der namensgebende Stoff ihrer Trilogie, das magische Element „Blaustein“, das Magiern zu großer Macht verhilft. Die Brüder gaben zu zweit einen spannenden Einblick in ihre Welt, in der die Götter getötet wurden und der Blaustein noch umkämpft wird.
Katja Brandis las nicht nur aus ihren Gestaltwandler-Büchern „Woodwalkers“ um den Puma-Menschenjungen Carag, sondern hatte Fotos aus dem Yellowstone-Nationalpark dabei. Dort war sie auf Recherchereise für ihre vielen Romanfiguren gegangen.
Nachdem Tommy Krappweis am Freitag bereits die Menge mit seinen humorigen Fantasyauszügen begeisterte, erwartete die Zuschauer, die sich sogar noch bei einsetzendem Regen um das Literaturzelt drängten, ein unterhaltsamer Einblick in seine Recherchearbeit und die historischen Wahrheiten hinter seinen Werken. Dafür erhielt er hochkarätige Unterstützung von der Koryphäe Prof. Rudolf Simek, der seine Arbeit an der „Mara“-Reihe begleitete. Von staubiger Wissenschaft fehlte dabei jedoch jede Spur. Das Publikum applaudierte begeistert für die unterhaltsamen Erklärungen, die mit Filmszenen aus dem „Mara“-Film unterlegt wurden.
Das Duo Krappweis-Simek ist auch heute noch einmal um 13:30 zu hören, wo sie weitere Eindrücke aus ihrer Zusammenarbeit von Wissenschaft und Fantasy-Schriftstellerei vergnüglich berichten werden.
Robert Corvus las aus „Grünes Gold“, einem Roman um eine Söldnerarmee im Dschungel. Doch ist er immer sehr interessiert, mit seinem Publikum im Gespräch zu sein und die Frage-Antwort-Runde war spannend und ausgiebig. Heute beschert er uns eine Vorpremiere. Der Phileasson-Band IV, Silberflamme ist noch nicht erschienen, Robert Corvus liest aus der Druckfahne. Welche Ehre für das Festival-Mediaval. Gemeinsam mit Bernhard Hennen („Die Elfen“), der ernsthaft erkrankt ist, doch glücklicherweise auf dem Weg der Besserung schreibt er zwölf Romane um einen magischen Wettbewerb zweier Kapitäne. Band 1 hat vor kurzem den RPC-Award gewonnen. Bernhard Hennen, der in seiner frühen Jugend mit seiner Schaukampftruppe einer von uns war, versprach 2018 dabei zu sein.
Freut Euch auch noch einmal auf Astrid Rauner, die Kurzgeschichten aus „Götter des Imperiums“ vorstellt und damit das Festival-Mediaval um die Welt der Antike bereichert.
Den Abschluss des diesjährigen Literaturzeltes macht Gabriele Ketterl mit einem Einblick in ihre „Venetian-Vampires-Trilogie“. Ihre unsterblichen Vampir-Protagonisten sind bereits über 2000 Jahre alt. Daher beginnt jedes Buch ihrer Saga mit einem historischen Setting und zieht sich bis in die Gegenwart, die Helden immer in Gefahr, als Vampire enttarnt und getötet zu werden. Zuflucht finden sie dabei alle in Venedig, der „magischen Stadt“, in der alles möglich ist.
Allen Besuchern wünschen wir einen guten Weg in ihr Heim, vielleicht mit dem ein oder anderen neuen Buch und allen Autoren eine flotte Feder für neue literarische Sahnestückchen.

Amandara und Astrid Rauner

Festival-Mediaval und Omnia

Omnia ist die Abkürzung des Ausrufes: „Omnia chaos est“. Das ist Lateinisch und bedeutet: „Alles ist Chaos“. Dies ist ein Motto der Band.
Warum schreibe ich einen Leitartikel über die niederländische Band Omnia?
Wahrscheinlich, weil Steve es war, der Bläcky, Rudel und Oli am Ende des ersten Festival-Mediaval gesagt hat, dass es eine super Veranstaltung war und sie erkannten, dass sie unbedingt weiter machen müssen.
Wahrscheinlich, weil Omnia jedes Jahr dabei war und bei keiner Gruppe mehr Menschen vor der Bühne versammelt waren als bei ihren Auftritten.
Wahrscheinlich, weil Omnia immer während des gesamten Festivals hier auf dem Goldberg ist, sich unter das Publikum mischt und sich die Mitglieder auch als Menschen zeigen.
Wahrscheinlich weil sich Omnia hier so wohl fühlt und daher mittlerweile immer zwei Wochen Urlaub im Fichtelgebirge macht.
Omnia ist mit dem Festival-Mediaval gewachsen und selbst groß geworden.
Es gibt also genug Gründe, einen Artikel über Omnia zu schreiben.
Es ist schwierig die Band, oder sollte ich vielleicht sagen, das Künstlerkollektiv, zu charakterisieren. Sie sind stilistisch dem Paganfolk zuzuordnen. Wichtig ist, dass sie nicht nur Musik machen, sondern auch ein besonderes Verhältnis zur Natur haben und dieses auch leben. Die Wiederherstellung der Einheit zwischen dem Menschen und der Natur, das Leben in Symbiose mit der Natur und die Harmonie zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen ist ihnen ein wichtiges Anliegen, welches sie immer nach außen tragen. Die Grundaussage ist, dass alles nur mit der Natur funktioniert, nicht dagegen.
Omnia ist nicht nur Musik, sondern ein eigener Lebensstil.
Den Kern von Omnia bilden die Songwriter Jenny (Jennifer Evans-van-der Harten) und Steve Sic (Steve Evans-van-der Harten). Um sie herum veränderte sich in den letzten Jahren der Rest der Band immer wieder. Veränderung ist Leben.
Die Bühnenausstattung und die Kostüme werden von der Band selbst entworfen und hergestellt.
Ebenso sind viele Instrumente selbst gebaut.
Die Musik, die sehr eingängig ist, vermischt unterschiedliche Einflüsse: Verschiedene Naturvölker inspirieren sie genauso, wie sie keltische und nordische Einflüsse prägen, oder die australischen Aboriginis.
Von der Musik geht eine starke Kraft aus.
Freuen wir uns auf ein tolles Konzert!

Elke Schertel

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Der Ritterladen Der Ritterladen

Bucht für Bucht

Der ganz normale Wahnsinn in der Bucht! Nun sind schon 3 spannende Tage vorbei. Das Highlight am Donnerstag waren die Blackbeers. Flo, der Sänger tut alles dafür, dass seine Stimme noch kratziger und nicht besser klingt. Trotzdem versprühen Sie das Piratenfeeling durch und durch. Mit Bärten und Schwarzbier bewaffnet stürmten Sie die Bühne. Wenn die Crew nicht gerade auf der Bühne steht, könnt Ihr einen Teil davon auf dem Floß hinter der Rumbar antreffen. Denn sie sind nicht nur gute Musiker, sondern auch ausgezeichnete Rumkenner. Heute habt Ihr nochmal die Möglichkeit das auszutesten.
Am Freitagmorgen begannen die Piraten und Ihre Besucher mit Morgensport. Fechten wie Piraten ist eine Mischung aus Kampf und Tanz, wenn man es genau nimmt, waren die Piraten schon sehr feminin. Am Abend übernahmen die Storm Seekers die Bühne. Sie nahmen letztes Jahr bereits beim Band-Award Teil und sind daher nicht unbekannt beim Festival-Mediaval. Ein weiterer erheiternder Moment war, als ein Besucher versuchte die Bar auf dem Floß zu finden. Ihm war leider nicht bewusst, dass das Piratenfloß wirklich auf einem Gewässer schwimmt. Er verfehlte im Dunkeln den Steg und landete kurzerhand im Goldbergsee. Wir hoffen, er wurde wieder trocken.
Gestern wollte das Wetter zu Beginn nicht richtig aufklären. Mit Hilfe der wunderbar heißen Piratenbowle war jedoch den ganzen Tag Stimmung. Die Stände kaperten gegenseitig unter anderem Äxte, Hüte und Besucher. Es gab ein leider etwas feuchtes Tauziehen zwischen Piraten, Organisatoren und Helfern. Die Helfer haben dieses Jahr das erste Mal nicht Ihren Titel verteidigen können und mussten ihn an die Orgas abtreten. Pampatut begeisterte dann am frühen Abend die Bucht. Da spielte es natürlich mit in die Karten, dass der Regen endlich aufhörte und bis zu den Pyrates! blieb es auch freundlich. Bei diesem Konzert störten aber auch die kleinen Regentröpfchen nicht. Obwohl parallel In Extremo spielte, war in der Bucht wie jedes Jahr bei diesem Konzert geniale Stimmung.
Aber es ist noch nicht vorbei. Heute erwartet euch in der Bucht unter anderem Purpur, eine tolle Raubtiershow und Heiter bis Folkig. Und als krönender Abschluss: die Goldbergschlacht. Ihr bekommt auch weiterhin Bier, Rum, Kokosnusscocktails, Grog, heiße Bowle und verschiedene Piratenleckereien. Das ist eure letzte Chance dieses Jahr gekapert zu werden, also kommt vorbei!

Tine

Jubiläumsinterview: Omnia

Omnia Omnia

1) Hi Steve, you are coming back from a Festival in America. Do you like it?
Yes, because we were playing in Oregon (north-west USA) which is a beautiful Nature area with quite a few groovy people and legal Cannabis. ;-) But I must say that flying to the USA sucks, because it‘s all work visums, security checks, police/governmental intimidation hours of waiting at airports and then10 hours of being in a horrible pressurised tube , screaming at 1300 km/H at 12 kilometers above the earth in -60 degrees centigrade... (that's really not good)

2) What is the difference between a Festival in America and a german like the Festival-Mediaval? How different are the reactions of the audience if they see Omnia live on stage?
The audience reactions are great everywhere, but it's nice to have a large crowd who can all understand english (it makes it easier to communicate with them)...also the people on the festival in general are very relaxed in Oregon, there is not so much alcohol-abuse on those festivals and much more relaxed-soft-drugs for the people to take, so you don't get the "late night drunkards" messing up the place and becoming violent etc. like on many festivals in Northern Europe.

3) You are playing now the 10th Festival-Mediaval, sometimes with different musicians. What can we expect 2017?
We will be playing with the same old OMNIA line up as the FM in 2014, but you can expect a lot of our raw basic PaganFolk in the set we will play on Sunday. A lot of old "classic OMNIA" pieces (Back to the Roots), and of course a lot of Pagan Shamanic Nature energy sharing!

4) 2016 was your hardest year in band history. First time there was no autograph-session with Omnia at Festival-Mediaval. It seems for the visitors that you feel rushed and restless, tired, emotional unstable and easy to loose your nerves. Absolut untypical for Omnia until now.
After this you pulled the emergency cord and canceled a view concerts. And you talk very outspoken and direct about Burn Out. How do you feel today?
2016 was a VERY bad year for Nature (the Earth reached the point of no-return in climate change... so everything will get weirder and messier in Nature at an increased pace now) Basically everything is fucked, That sort of makes us (and thousands of other ECO-Warriors around the world) really fucking depressed. On top of that we played a LOT of shows under bad working conditions and the strain got too much at a certain point. I have really come to dislike "commercial" festivals. We never actually cancelled any shows in 2016, we did start to tell some organisers who are mistreating the artists on their festivals that we do not agree with this sort of thing and will not stand for it. For some this is enough reason to cancel our shows for us and then tell a lot of bullshit to the OMNIA fans about it.
A lot of Fans really have no idea what it's like as a musician to have to work for (some) festivals. Don't get me wrong, a lot of festivals are very well arranged and have nice people working there (Like Festival-Mediaval!) but there are some really bad ones out there!
That's why we've decided to play less on the commercial stages and concentrate more on the idealistic festivals.
We did cancel and move our 2017 theatre tour to 2018 (it's in february and march 2018 now and will be VERY special indeed!)
We did this so that Jenny and me could have some time to travel and enjoy Nature and Peace... to regain our energy!
We travelled all over the world for 6 months and we feel much more relaxed now.
btw: To make a signing session work for everybody we haven't done them straight after a show for the last few years now.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

Fortsetzung Jubiläumsinterview: Omnia

(it's too chaotic and sometimes dangerous for the fans themselves! There are way too many of them now!!
So on some big festivals we arrange a seperate signing session on the next day, if the programme allows it.
But this year on FM, because we play on Sunday as the Headliner, we will just have to do the signing-session right after the show like in the old days!
Bring on the Chaos ;-)!

5) Is it not very frustrating if you feel so bad and then a shitstorm starts against you and no one wants to understand?
What shitstorms? I presume you mean the social media squeekers? It's all an illusion, I do not relate to social media gossip and really don't care about it too much. It's always the same few keyboard heroes who want to have an opinion and hope that somebody cares about it...sad really... But anyway, People are allowed to think whatever they like about me and Jenny, I am not engaged in a popularity race, I'm not here to be "nice"... Jenny and me only work for NATURE... no one else. That is the only worthy thing, That's what our musick is about, that's what our lives are about.

6) Ten years of Festival-Mediaval, what is positive and what is negative? What do you like to see this year?
Positive: is the heart and soul of the festival (the organisation) who are really great people with whom I always feel comfortable... we are all friends!
The creative programming of the music and entertainment on the festival is phenomenal! I have had the pleasure and honour to share the stages with many many great artists of Folk and World Music (this is one of the reasons that FM is among my favourite festivals and why we play there gladly year in year out!
Negative: ...errrr....negative?.... ummm?...seriously... I can't think of a single negative thing that hasn't been skilfully and lovingly dealt with already :-) FM Rocks!
7) What was your personal highlight of the 9 years before?
Oh come on Bernd! Just one?! It feels like a large part of my life has been spent on the FM by now!, I have so many good memories!
Great people!, Great Music!, Great atmosphere! All my best memories are wonderful people I have met there and wonderful musick I have shared there...

8) What is the special flair of the Festival-Mediaval for you? You always tell that it is the Festival Highlight of the year for the band.
Festival-Mediaval is so well organised and "Omnia friendly" that we do not have to have any stress when we are there... we relax... we smile...we enjoy! just like YOU... and then we can REALLY PLAY!

9) You always take the opportunity to have some free days in the region. Why do you like the Fichtelgebirge so much?
Wonderful Nature and friendly people...it's also nice to have a few days of not "working" with the band and crew to chill out and be silly (we do a lot of extra days with chilling this year!)

10) You always try special concerts with special guests, for example 2016 Irfan. With which guests you would like to play one day?
Special guests for OMNIA are never really "planned", they just sort of happen because we meet people who we like and then we want to share something with them... The guest I would really like to play with is that brilliant musician that we haven't met yet…and the next...and the next...etc! Musick is Life...Life is Musick! let it flow, let it flow. :-)

Bernd Sonntag/ Omnia

10 Jahre – Besucher erzählen

F-M: Wann warst du zum ersten Mal auf dem F-M und wie kam es dazu?
Das war ziemlich kurz entschlossen. 2008 waren wir Anfang September auf einem anderen Mittelalter Festival und dort haben uns Leute vom Festival-Mediaval erzählt. Wir hatten vorher noch nichts von diesem Festival gehört, aber nach einem Blick auf die Homepage, habe ich mich spontan entschlossen mir eine Karte zu kaufen. So stand ich dann 2 Wochen später in Selb, ohne zu wissen, dass dies nun der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden würde ;)
F-M: Trotz der Kälte 2008 hast du beschlossen wieder zu kommen. Was ist dir am F-M so wichtig?
Ich gehe nicht auf allzu viele Festivals pro Jahr, da ich als Reenactor die meiste Zeit mit anderen Veranstaltungen ausgebucht bin und so ist das FM quasi mein musikalisches Jahres-Highlight. Ich liebe die familiäre Atmosphäre des Festivals und die kleinen, unbekannten Bands. Natürlich freue ich mich auch (meistens) über die großen Headliner, aber gerade die kleinen Bands, die man selten oder sonst gar nicht hört, sind für mich die Interessantesten. Und natürlich das Ogerbärenkönigreich, wo ich wirklich viele tolle Menschen kennengelernt habe, auf die ich mich jedes Jahr ganz besonders freue.
F-M: Wie hat sich das F-M im Allgemeinen und für dich im Speziellen über die Jahre verändert?
Nun ja, es ist natürlich größer geworden, wodurch das „Geheimtipp-Feeling“ ein bisschen verloren gegangen ist, aber das ist auch gut so. Schließlich muss sich das Festival ja tragen. Generell ist die Organisation von Jahr zu Jahr besser geworden und man merkt, dass Ihr vieles umgesetzt und geändert habt, was die Besucher bemängelt oder als Tipps gegeben haben. Trotz der Größe ist der familiäre Charakter erhalten geblieben, der mir am F-M besonders wichtig ist.
F-M: Wie verbringst du deine Zeit auf dem F-M?
Vor allem natürlich vor den Bühnen und mit sehr viel Hin und Her Gerenne, damit ich auch ja keine der Bands verpasse. Zum Glück gibt es ja immer wieder mal welche, die man nicht so gut findet. In der Zeit geh ich dann mal was essen, oder über den Markt. Leider komme ich selten dazu, mich auch noch mit Kleinkunst, Workshops, Markt und Lager zu befassen, weil ich immer möglichst viele Bands hören will. Dann sind da natürlich auch noch die legendären Nächte im Ogerbärenkönigreich auf dem Camping Platz. Wir sind ja über die Jahre ein richtig enger Freundeskreis geworden. Leider hab ich den Rest des Jahres selten Zeit, mich mit den Leuten zu treffen und auszutauschen, so dass ich mich immer schon ein ganzes Jahr darauf freue, endlich alle wieder zu sehen, zu quatschen und zu feiern.
F-M: Hast du eine Anekdote, die du nie vergessen wirst?
Ohje, da gibt es unzählige. Aber eine von 2008 will ich gerne erzählen. Wir standen etwas planlos und mit den ersten 3 Bier im Kopf auf dem Campingplatz, als uns jemand fragte, wo man denn hier sein Zelt aufbauen könnte. Ich hatte wohl einen Clown gefrühstückt und hab den beiden erklärt, dass sie sich erst mal anmelden müssten. Dann hab ich ihnen allerlei Fragen gestellt, die immer absurder wurden. Schuhgröße, Marke der Zahnbürste usw. und die beiden beantworteten mir wirklich jede Frage. Meine, mir bis dahin unbekannten Mittrinker, die ich später als Scotty und Balu kennenlernen sollte, sind neben mir vor Lachen fast abgebrochen. Irgendwann hab ich dem jungen Pärchen dann einen Zeltplatz zugewiesen. Tja was soll ich sagen. Der Schuss ging irgendwie nach hinten los. Es sprach sich herum, dass ich für die Einteilung der Zeltplätze zuständig sei und so kam dann alle 5 Minuten ein Anderer und wollte wissen, wo er aufbauen kann. Die ersten drei, vier Mal war das Frage-Antwort Spiel noch lustig, aber irgendwann fand ich es dann doch ein bissel stressig. Ich bin echt froh, dass der Jürgen mittlerweile meine Aufgabe übernommen hat. Mit den unbekannten Mittrinkern trinke ich immer noch und man könnte sagen, dass diese Geschichte vielleicht der Anstoß zum Ogerbärenkönigreich war, was dann ein Jahr später von Balu ausgerufen wurde.
F-M: Was wünscht du dir für die nächsten Jahre F-M?
Für mich persönlich sind gerade die kleinen Bands, die man sonst auf keinem anderen Festival hört, interessant. Deswegen hoffe ich, dass Ihr noch mehr solche „Geheimtipps“ wie z.B. Vedan Kolod an Land zieht. Auch mehr wissenschaftliche Fachvorträge wären für mich als Reenactor interessant. Ansonsten, bleibt einfach Eurer Linie treu und lasst Euch nicht zu Experimenten hinreißen, die nichts verbessern und nur unnötig Geld verschlingen. Das F-M ist so wie es ist perfekt und für noch mehr Angebot hat man als Besucher eh keine Zeit. Man kann ja jetzt schon nicht mehr alles machen.

Areus

Review: In Extremo

In Extremo In Extremo

Es war der Tag, der das Highlight des Festival-Mediaval 2017 werden sollte. Es war der Tag, der sich alleine schon durch seinen immensen Ausschlag in den Vorverkaufszahlen der Tagestickets auszeichnete. Es war der Tag, an dem In Extremo spielte.
Bläcky und seine Crew hatten weder Kosten noch Mühen gescheut, um die Speerspitze des Mittelalter-Rocks nach Selb zu holen. So wurde die Ankunft der Herrschaften vom Rhein auch mit einer gehörigen Prise Nervosität erwartet – die Helferinnen und Helfer zeigten sich von ihrer besten Seite, um In Extremo einen gebührenden Empfang zu bereiten. Alle Gedanken im Voraus lösten sich jedoch in Wohlgefallen auf, kaum, dass In Extremo das Festivalgelände betreten hatte. Denn genauso sehr wie man sich hier auf den Besuch gefreut hatte, genauso heiß waren die Musiker selbst auf diesen Gig. Denn trotz der geraden Ausrichtung am Mittelalter-Rock, die In Extremo seit ihrem Start vor über zwanzig Jahren auszeichnet: Auftritte auf Mittelalter-Festivals blieben den glorreichen Sieben bisher nur selten vergönnt.
Dies zeigte sich auch durch die sehr breit gefächerte Setliste, die die Mittelalter-Kapelle dem Publikum ab 22 Uhr auf der Hauptbühne servierte: Natürlich, die üblichen Festival-Klassiker wie ‚Vollmond‘ oder ‚Spielmannsfluch‘ spielte In Extremo fernab jeglicher gelangweilter Routine mit der gleichen ausgelassenen Spielfreude, die auch die jungen Bands des dritten Festival-Tags auf die Bühne gebracht hatten. Unterstrichen wurde die klanggewaltige Show durch eine saftige Pyro-Show, die den vordersten Reihen auch bei den gesunkenen Temperaturen Hitzewallungen durch den Körper laufen ließ. Ob dies nun die imposanten Flammenwerfer der ‚Feuertaufe‘ waren, die Konfettikanone beim Gassenhauer „Sternhagelvoll“ oder die eindrucksvolle Sprengstoffdetonation beim ‚Spielmannsfluch‘, der Auftritt von In Extremo war ein wahres Fest. Optisch, akustisch – doch auch emotional appellierte Micha Rhein an sämtliche Sinne des Publikums. So hatten nicht wenige Zuschauer bei der Anti-Kriegshymne, wie der charismatische Sänger selbst das Lied einst in einem Interview betitelt hat, (‚Lieb Vaterland, magst ruhig sein‘) Tränen in den Augen. Dies lag zu einem Gros zwar an der eindringlichen Performance der Musiker, die dem sensiblen Thema mit dem gebührenden Respekt begegneten – doch auch die Lichtshow mit den flackernden Lichtern zum Höhepunkt des Instrumentalparts sorgte für einen Kloß im Hals. Emotionen vor der Bühne, doch ebenso darauf und vor allem daneben: Mit einer sympathischen Eloge bedankte sich Micha Rhein auf seine direkte Art beim Festival für die Einladung, beim Publikum für das Durchhaltevermögen und bei der eigenen Crew für die engagierte Unterstützung während eines sehr anstrengenden und erlebnisreichen Live-Jahres.
Musikalisch gipfelte das Konzert von In Extremo mit ‚Liam‘ in seinen absoluten Höhepunkt: Warm gespielt und durch die schier unglaubliche Resonanz aus dem Publikum vorwärts getrieben, war In Extremo bei diesem Titel auf einmal vollkommen im Flow. Ein Zahnrädchen griff in das andere, jeder der Musiker war so präsent wie irgend möglich und zeigte sich auf der Höhe seines Könnens – ein Paradebeispiel dafür, was die Herren sich durch jahrelange Arbeit und einer beeindruckenden Bühnenerfahrung geschaffen und damit ihren Status als DIE Mittelalter-Rock-Band zementiert haben.
Insgesamt zwei Stunden stellte In Extremo damit das feierwütige, begeisterte Publikum auf die Belastungsprobe. Diese meisterte die sichtlich spielfreudige Band ebenso bravourös wie ihre Zuschauer vor der Bühne, die jeder Aufforderung Micha Rheins (sei es zum Singen, Springen oder Klatschen) sofort folgten. Bedenken von Seiten der Band, man spiele im Allgemeinen zu lange, und der daraus folgende Trugschluss, man denke darüber nach, die Spielzeit auf nunmehr neunzig Minuten zu begrenzen, sollte jemand In Extremo daher dringendst ausreden!

Leoni Dowidat/Bernd Sonntag

Highlight-Box - Schlacht um die Goldbergbucht

Piraten Goldbergbucht

Die gewaltige Schlacht um die Goldbergbucht geht am Sonntag um 19:00Uhr in die dritte Runde. Die Piraten befinden sich in einer beinahe ausweglosen Situation: Der Admiral ist gefangen genommen und der Rest in die Flucht geschlagen worden. Aber Aufgeben ist keine Option und darum werden die Piraten alles versuchen, um ihren Admiral, die geliebte Bucht und vor allem ihren Rum zurückzugewinnen. Der immerwährende Kampf der Wikinger und der Piraten wird jedoch nicht die größte Gefahr sein, die in den Weiten der Bucht auf die verfeindeten Lager lauert. Begleitet uns ins finale Kapitel der großartigsten Schlacht, die jemals auf den Feldern rund um den Haidt-Teich stattgefunden hat!

Impressum

Chefredakteurin
Rhea Lange
Autoren
Amandara, Areus, Bläcky, Bernd Sonntag, Danger Dan, Elke Schertel, Kiki Behmer, Leoni Dowidat, Roberto, Tine
Leiter IT
Trond Schertel
Fotos
Bernd Sonntag, Elke Schertel

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