Mediaval-Bote

Nachrichten vom Goldberg

Grußwort

Logo der Ogerbären Ein Vogel

Das Festival Mediavale ist immer etwas Besonderes für mich, mein persönlicher Jahreshöhepunkt sozusagen, für den ich immer etwas Neues erschaffen möchte. Es ist ein persönliches Familientreffen mit alten und neues Bekannten, jedes Jahr. Mit Freude gedenke ich an all die schönen Momente: ein kleines Baby, welches versucht die Kugel zu greifen, während ich sie auf den Kopf balanciere um meine Nervosität versuche unter Kontrolle zu bekommen vor einem Auftritt; an die Frau die mir ein Jahr später zeigt, dass sie nach dem Workshop weiter trainiert hat und so gut geworden ist; an den Ausruf „Ich dachte , da steckt jemand unter dem Kostüm!“. Diese wunderbaren Momente, die von unserem so tollen, freundlichen Fotografen Team festgehalten wurden! Mit blutenden Herzen bin ich dieses Jahr nicht dabei und freue mich schon gleichzeitig auf das Nächste (Oh je, ich brauche etwas neues, etwas grandioses um dem gerecht zu werden… not pressure, not pressure ;) ) .

Beatrice

Jürgens wilde Welt - Ogerbärenkönigreich

Logo der Ogerbären Ein Vogel

Eine Geschichte, die das Leben auf und um den Campingplatz in den letzten neun Jahren geschrieben hat. Es begann im Jahre 2008, als sich über das Forum des Festivals einige Leute virtuell kennen lernten. Da es ab dem ersten Jahr bereits die Möglichkeit gab, für „größere“ Gruppen einen zusammenhängenden Platz auf dem Campinggelände zu reservieren, taten sich einige Leute zusammen um eine Forencampinggruppe zu gründen. Bereits ein Jahr später wuchs diese Gruppe weiter an und beanspruchte wieder einen Platz auf dem neuen Gelände unten am Bach. Bis dahin war es einfach nur ein Gruppe lustiger Leute. Und dann kam der kleine, zierliche und ansonsten eher schüchterne Balu auf eine Idee. Da er der letzte lebende Ogerbär auf dieser Erde ist, war er der Meinung, es wäre an der Zeit ein Königreich auszurufen und sich selbst zum König zu krönen. Alle die vorher schlicht nur Mitglieder einer „Foren-Campinggruppe“ waren, wurden zu seinen Vasallen im Ogerbärenkönigreich. Man traf sich anfänglich nur auf dem FM, irgendwann dachte einer der Mitstreiter seinen Geburtstag im April in Selb an der Goldberghüttn feiern zu „müssen“ – sehr viele Freunde reisten dazu an. Genau dieser machte seiner jetzigen Frau auf dem Piratenfloß einen Heiratsantrag, die Leute vom OBKR gehen zusammen auf Reisen, segeln zusammen durch das Ijsselmeer, feiern zusammen Silvester und vieles mehr! Und im Jahre 2017 werden sie zusammen eine Gedenkfeier, für ein im Januar verstorbenes Mitglied der Gruppe auf dem FM ausrichten, mit Musik, Feuershow und tollem Essen - in Gedenken an Rainald, unseren Barden.
Und die Bewohner des OBKR leben seit nun mehr 10 Festivals zusammen unter dem Motto des diesjährigen Shirts:
Zusammenhalt – Erinnerungen – Geschichten – Freunde - Lieder – Verrücktheiten

Jürgen

Hereinspaziert in die Welt der Wörter

Ein symbolischer Paukenschlag eröffnet das allererste Event des Literaturzeltes, das im X. Jahr zugleich das allererste sein wird. Musik und Sprache sind seit alters her verbunden, um Menschen zu unterhalten. Zwei deutsche Großmeister dieser Kunst geben sich die Ehre und eröffnen es am heutigen Donnerstag um sechs: Die Könige der Spielleute Corvus Corax und Markus Heitz, der schon ungezählte Male den Deutschen Phantastik-Preis gewann. Nachdem das Fantasy-Epos „Die Zwerge – live“ mit dem begnadeten Sprecher Johannes Steck ein voller Erfolg wurde und sowohl die Corviten als auch Markus stets vor Ideen strotzen, machten sie sich an ein neues Projekt: „Der Fluch des Drachen“. Drei Jahre sind seitdem vergangen – am 28. Juli erschien das Fantastical, ein von Corvus und Markus neu erfundenes Genre. Diese Produktion hat es in sich. Viele bekannte Sänger und Musiker haben sie gewinnen können, damit es etwas Besonderes wird.
Ihr dürft Castus, Norri und Markus mit Fragen löchern, wie dieses „opulente“ Werk zustande kam. Wie nach jeder Lesung und jedem Vortrag habt Ihr danach im benachbarten Bücherverkaufszelt die Möglichkeit, Euch mit den vorgestellten Büchern oder CDs einzudecken und sie signieren zu lassen.
Die Lektorin, Dozentin und Autorin Susanne Pavlovic ging zu ihrem befreundeten Verleger und sagte: „Jürgen, wenn Du was verlegen willst, was sich bestimmt nicht verkauft, hier hab‘ ich was für Dich.“ Sie drückte dem Verleger des Amrum-Verlags das Manuskript von „Feuerjäger“ in die Hand. Andere Verlage hatten herumgedruckst so in der Art: Ja, wenn sie die Heldin ein wenig jünger machen würden und es gäbe zu viele Kraftausdrücke – bitte mehr in Richtung Mainstream-Fantasy. Danke Susanne, dass Du Dir treu geblieben bist und uns damit einen der vergnüglichsten Fantasyromane präsentiert hast. Eva Bergschneider von Phantastisch-lesen urteilt: „Das Ergebnis ist ein spannendes episches Abenteuer mit Helden, die sich jeglichem Klischee entziehen und dem Leser sofort ans Herz wachsen.“ Wohlverdient hat die sympathische Rollenspielerin den Deutschen Phantastik-Preis 2016 gewonnen in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“.
Die junge Autorin Astrid Rauner liebt Mittelalterfeste über alles und freut sich riesig, auf dem Festival-Mediaval in keltisch inspirierter Gewandung zu lesen: „Das ist noch Nummern größer als ein Mittelalterfest, auf dem ich mich immer wohl fühle. Dort bin ich näher an der Zeit dran, über die ich schreibe.“ Ihr Faible gilt der Geschichte von der Eisenzeit bis zur Neuzeit. Heute liest sie Euch aus den Kelten des Glaubergs, einer Geschichte aus ihrer hessischen Heimat. Sie wird übrigens die gesamte Zeit das Bücherverkaufs- und Signierzelt betreuen, sodass Ihr sie alle vier Tage antreffen könnt. Selbst wenn Ihr nicht zu einer Lesung wollt, kommt vorbei und deckt Euch mit Lektüre oder Filmen für den nahenden Winter ein.

Amandara

Geschichte des Festivals

Bläcky Schwarz ist in Neuburg/Donau mit Mittelalterfesten aufgewachsen. Er lernte im „Neuburger Jungkulturkreis, Kultur von Jugendlichen für Jugendliche“ von der Pike auf, Konzerte zu organisieren. Früh entstand der Wunsch, ein großes Festival zu organisieren.
2007 – die Mittelalterszene etablierte sich, viele Bands entstanden. Bläcky beschloss zu testen, ob sich ein Festival realisieren ließe.
Er entwickelte ein Konzept und stellte es ins Netz.
Darauf meldete sich Rudolf Meier, bekannt als Rudel, der in der Nähe lebte. Gemeinsam überarbeiteten sie das Konzept. Diese Neufassung kam wieder ins Netz, um zu zeigen, ob und welche Reaktionen darauf kommen würden. Oktober 2007 war den Beiden klar, dass das Festival stattfinden muss, so überwältigend war die Resonanz. So begannen sie mit der Umsetzung.
Dann stieß Oliver „Oli“ Karolkevik dazu.
Nun war die Platzsuche vordringlich. Sie studierten die Landkarte und fanden fünf Orte, die eine wichtige Bedingung erfüllten: sie lagen am früheren Eisernen Vorhang. Dorthin schrieb das Trio. Hof, Marktredwitz und Selb antworteten. Oliver Weigel, der damalige Wirtschaftsförderer von Selb, rief unkompliziert an und sagte:
„Kommt vorbei und besichtigt den Goldberg“. Damit war die Suche beendet.
Freunde wurden angesprochen und ein Orga(nisations)-Team gebildet. Der Aufbau verlief chaotisch und als das Festival am 19.09.2008 begann, war nicht alles fertig. Die Besucher merkten davon aber nichts.
Es wurde ein großes Festival geplant. Verlust wurde einkalkuliert. Er war aber 4 1/2 mal so hoch, wie befürchtet. Ein wichtiger Grund dafür war unter Anderem die Temperatur: es war das kälteste 3. Septemberwochenende seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Nach dem Festival saßen die Freunde im Büro und realisierten, dass sie viel mehr Schulden angehäuft hatten, als geplant. Da erschien ein Mann in der Tür und sagte, wie toll das Festival gewesen war. Es war Steve von Omnia. Und die Veranstalter wussten: wir machen weiter. Danach fand das Festival am 2. Septemberwochenende statt.
Weitere Rückschläge: der Brand in der Halle vernichtete 100 m3 Aufbau und Material. Ein Sturm und ein verregnetes Festival folgten.
Rudel und Oli zogen sich aus persönlichen Gründen zurück. Seit 2013 ist Bläcky allein verantwortlich. Nach der Jubiläumsveranstaltung wird das Festival schuldenfrei sein.

Die Eröffnung am Donnerstag, 07.09. um 18.oo Uhr an der Schlossbühne lohnt sich unbedingt. Dort werden neben Bläcky, den jetzigen Honoratioren der Stadt Selb, dem damaligen OB Wolfgang Kreil, Oliver Weigel noch die ersten Orgamitglieder sein.
Und Mediaval T-Shirts von 2008 werden ins Publikum geschossen!

Elke Schertel

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Der Ritterladen Der Ritterladen

Bucht für Bucht: 4 Jahre Goldbergbucht

Erstmals öffnete die Goldbergbucht 2013 Ihre Tore. Die Piraten gewährten nicht nur den Besuchern des Mediaval-Festivalgeländes den Eintritt, sondern auch allen Freiwilligen, die sonst das Treiben auf dem Goldberg nur von weitem beobachteten. Vor 4 Jahren war der Platz noch überschaubar gefüllt. Das sagenumwobene Piratenfloß trieb über den Goldbergsee, der Platz war eingefasst von dem Piratenschmaus, einer Schänke, einem Karussell, sowie einer Falknerei. Im Zentrum steht jedes Jahr eine 6,20 m große Palme, die das karibische Flair perfekt macht.
Jedes Jahr kamen neue Highlights dazu. Die Kokosnussbar, mit Ihren brennenden Kokosnüssen ist heute nicht mehr wegzudenken. Dazu kommen weitere Programmpunkte wie zum Beispiel die Schlacht um die Goldbergbucht.
Diese Trilogie geht dieses Jahr ins Finale. Die Geschichte begann als die Wikinger mit Ihren Schiffen an dem Goldbergsee anlegten. Einer dieser bärtigen Hünen verliebte sich in eine Barfrau der Piraten und raubte sie. Es kam zu einer blutigen Fehde zwischen den beiden Gruppen. Die Piraten gewannen die Schlacht, jedoch zerbrach der sehr große Kochlöffel.
Die Wikinger konnten mit der Schmach der Niederlage nicht leben und stellten den Piraten eine gemeine Falle. Sie klauten vom Floß eine Kiste Rum und lockten sie so von Ihrem eigenen Gefährt. Sie legten den Admiral in Ketten, stahlen und entführten das Piratenfloß und entrissen den Piraten Ihre Bucht.
In den letzten Monaten bereiteten sich die Piraten auf die Rückgewinnung Ihrer Bucht vor. Sie trainierten, schmiedeten Pläne und besorgten Rum, nichts geht ohne Rum. Doch seid gespannt, die Wikinger sind nicht die einzige Gefahr, die den Piraten droht.
Wenn Ihr nicht nur Zuschauer sein wollt, dann stellt euch den Piraten, den Helfern und Organisatoren des Mediaval im jährlichen Tauziehen. Aber beeilt euch, die Anmeldungen sind begrenzt.
Nun freut euch darauf, dass die Piraten dieses Jahr noch piratiger, aktiver und lauter sein werden als die letzten Jahre. Traut euch in die Bucht, Ihr werdet es ganz bestimmt nicht bereuen, ihr Landratten, Arrrrr!

Tine

Jubiläumsinterview: Basseltan

Basseltan Basseltan

1. Ihr seid als Gesichter des Festival-Mediavals ja nicht mehr wegzudenken. Als Moderatoren, mit Eurem eigenen Programm, als Speerspitze des Festzugs zum Goldberg usw. Was macht Euch denn in Selb am meisten Spaß?
Spaß gemacht hat uns natürlich immer die Award Moderation, die es in diesem Jahr ja leider nicht gibt. Die Mischung aus Auftritten und Moderation ist etwas, dass uns sehr reizt. Außerdem ist das Publikum fantastisch! Viele kennen bereits Teile unserer Shows schon und dadurch entstehen die absurdesten Situationen auf der Bühne. Großartig!

2. Ihr seid ja oft auch auf anderen Festivals unterwegs, z.B. Kaltenberg. Was macht das Festival-Mediaval für Euch so besonders?
Das Spannende ist, dass das Festival anders ist als die meisten anderen Veranstaltungen, auf denen wir spielen. Es ist eben ein Festival und kein Markt. Es hat dadurch ein ganz anderes, besonderes Flair.

3. Wo trifft man Euch denn beim Festival abseits der Bühne an, gibt es einen Lieblingsstand, auf was freut ihr Euch da am meisten?
Wir sind ja eigentlich sehr schüchterne Menschen... wir trinken uns an den Tavernen des Festivals Mut an. Backstage ist immer eine großartige Stimmung und das ein oder andere Konzert wollen wir natürlich auch mitbekommen!

4. Was würdet Ihr verändern, wenn ihr Festivalleiter wärt?
Verändern? Die Aufgabe überlassen wir dann doch lieber Bläcky. :)

5. Menschen zum Lachen zu bringen ist die größte Kunst, Musiker haben es da oft etwas leichter. Hat sich der Humor der Menschen und damit Euer Bühnenprogramm in den letzten Jahren verändert?
Ja, wir glauben schon, dass sich etwas verändert hat. Ob der Humor der Menschen an sich anders geworden ist, wollen wir nicht sagen, aber wir haben uns definitiv entwickelt. Es bleibt nicht aus, dass man sich im Laufe der Jahre verändert und so natürlich auch der Humor mit einem.

6. Bleibt Euch nicht oft das Lachen im Halse stecken, wenn man sich anschaut wie sich die Welt verändert?
Was bliebe einem in einer Welt, in der man nicht mehr lauthals lachen könnte!

7.Euch gibt es nun seit 1993 durch ein gemeinsames Engagement in Japan. So lange halten ja nicht viele Ehen. Wie funktioniert das und habt ihr Euch schon einen gemeinsamen Altenheimplatz ausgesucht?
Das Geheimrezept: Getrennte Betten!
Die Frage nach der Altersversorgung hat sich uns bis dato noch nicht gestellt. Eher beschäftigt einen da die Frage: wird man überhaupt so alt, dass man sich darüber den Kopf zerbrechen sollte?? Wenn ja, werden wir irgendwann von unseren Pflegern auf die Bühne geschoben?

8. Mal ernsthaft: Wie lange kann man denn als Gaukler arbeiten?
Gaukler sein ist ja mehr ein Zustand, der sich auch nicht abstellen lässt! Aber mal im Ernst: Wir sind ja Gaukler von Beruf, aber Bankkaufleute aus Leidenschaft!

9.Da bietet sich ja die Frage an: Wie sieht es denn mit eurem finanziellen Erfolg eures Gauklerdaseins aus?
Was sollen wir sagen... zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben...

10) 10 Jahre Festival-Mediaval mit all seinen positiv Verrückten (Künstler und Musiker). Da ist Euch bestimmt so einiges berichtenswertes passiert. Was fällt Euch denn dazu spontan ein.
Und ob. Wir hatten gerade unser Publikum auf der Theaterbühne zusammengetrommelt und wollten mit unserem Auftritt beginnen, da war uns so, als ob wir „Basseltan” Rufe hören würden. Von weit weg.
Es war eine Zeit, in der es unterhalb der Theaterbühne noch eine weitere Bühne gab. Schnell merkten wir, dass das Publikum an der anderen Bühne uns etwas zurief. Angestachelt von Pampatut!
Es war so etwas wie: „Basseltan ist doof”.
Also fingen wir an, unserem Publikum Sätze zu formulieren, die sie den beiden Dicken zuriefen. (Sagen die 2 Hungerhaken-der Interviewer) Auf die Antworten mussten wir nicht lange warten und es gab von uns direkt wieder eine Retourkutsche etc.
Es war großartig, unser Publikum hat es geschafft, dass Pampatut während der gesamten Bühnenzeit nicht ein Lied spielen konnten! Naja, und wir haben nicht einmal Jonglieren können...
Wir haben selten so viel Spaß gehabt, was für eine großartige Stimmung war das!

Bernd Sonntag/ Basseltan

Review: VocaMe

Vocame VoCaMe bei ihrem Auftritt

Das Akustikkonzert in der Christuskirche hat sich zu einem festen Bestandteil des Festival-Mediaval etabliert. Obwohl die offizielle Eröffnung erst am Tag danach stattfindet, ist es doch der eigentliche, stille Startschuss zum Festival.

Im Jubiläumsjahr ist es Bläcky Schwarz gelungen, das Vokalensemle VocaMe zu verpflichten.
VoCaMe Mezzosopran Sigrid Hausen, Sopran Sarah M. Newman und Mezzosopran Petra Noskaiová, sangen und spielten sich unter der Leitung von Michael Popp durch die Alte Musik.
Michael Popp garnierte die musikalischen Darbietungen durch Informationen über die Entstehung der einzelnen Musikstücke und über die Personen, mit welchen sie sich beschäftigen oder die sie geschrieben haben. Dies gelang ihm im leichten, amüsanten Plauderton, der aber niemals über sein reiches Wissen hinwegtäuschen wollte. Es machte Freude, ihm zu lauschen und die Fakten, welche er dem Publikum servierte, aufzunehmen. Augenfällig war auch, dass eben jener mit immer wieder anderen Instrumenten die Gesangsdarbietungen seiner Bühnenpartnerinnen begleitete. Mit einer musikalischen Kompetenz, die sich augenfällig, aber dennoch unaufdringlich darstellte. Überhaupt spielte sich niemand in den Vordergrund. Die Gruppe agierte harmonisch, wenn auch teilweise sehr ungewöhnlich. So sang Sarah M. Newman in einem Stück plötzlich auf der Empore, weil es dem Raumklang diente. Die drei Sängerinnen gruppierten sich immer wieder um, damit ein räumlich differenziertes Klangbild entstehen konnte. Sie spielten mit der Akustik und das Ergebnis begeisterte die Zuhörer. Die Gesänge waren teils einfach, schlicht, klar, durchsichtig, andererseits hochkompliziert und verwoben. Manche Arrangements bestachen durch ihre Vielschichtigkeit und es war kaum zu glauben, dass in diesen Momenten tatsächlich nur drei Stimmen zu hören waren. Gegenläufige Rhythmen erschwerten den Gesang, wurden aber immer mit Bravour gemeistert. Gemeistert ist überhaupt ein wichtiges Wort in Zusammenhang mit VocaMe: sie boten nur Stücke an, welche sie im tatsächlichen Wortsinn meistern konnten.
Eine zusätzliche Qualität dieses außergewöhnlichen Konzerts lag in der Ruhe.
Das Ensemble schien die Musik zu entschleunigen. Einzelne Töne hingen im Raum, gleich, ob von den Sängerinnen oder von den Instrumenten. Töne wurden hingehaucht, es brauchte nicht viel, um Spannung und gleichzeitig Harmonie zu erzeugen. Jeder Ton wurde mit Bedacht erzeugt und vermochte den Zuhörer zu fesseln.
Dass es sich bei den Ensemble-Mitgliedern um VollblutmusikerInnen handelt, wurde sehr schnell klar. So überrascht es nicht, dass Sigrid Hausen bei Qntal und Estampie mitwirkt, ebenso Michael Popp. Sarah M. Newman ist ebenso Mitglied von Estampie und Petra Noskaiová arbeitet bei La Petite Bande und Huelgas Ensemble mit.
Die Musik von VocaMe handelt zumeist von historischen Personen, so zum Beispiel Hildegard von Bingen, Kassia, einer Komponistin und Dichterin des frühen Abendlandes (zwischen 810 und 865) oder Christine de Pizan, einer französischen Schriftstellerin und Philosophin aus der Zeit von 1364 bis 1430.

VoCaMe Abschließend möchte ich mir noch erlauben, mein eigenes Empfinden darzulegen.
Ich ging absolut ahnungslos in dieses Konzert. Ich hatte nicht den Hauch von Ahnung, was mich erwarten könnte. Aber bereits nach fünf Minuten war ich absolut gefangen in der wunderbaren Welt von VocaMe. Das restliche Publikum war genauso begeistert wie ich: Lang anhaltender Applaus zwischen den Stücken und Rufe nach Zugaben am Schluss sprachen eine sehr deutliche Sprache. Und das ist für mich der Festivalgedanke schlechthin: Neues ausprobieren, Fremdes kennenlernen und das Beste davon mit nach Hause nehmen.
Ich wünsche mir auf dem X. Festival-Mediaval noch viele solche Erlebnisse wie heute Abend. Der würdige Auftakt für das Jubiläums-Festival!

Elke Schertel

Highlight-Box - Corvus Corax

Corvus Corax Corvus Corax auf der Bühne

Die Kunst der Mystik live erleben Die 7 Raben von CORVUS CORAX sind wieder auf Tour! Seit 1989 bringen „Die Könige der Spielleute“ mittelalterliches Liedgut mit Dudelsäcken, Schlagwerk und allerlei weiteren historischen Instrumenten auf die Bühne. Wild und ausgelassen geht es dabei normale rweise zu: es wird getanzt, gesungen und getrunken. Auf der kommenden „Ars Mystica Tour“ jedoch steht die geheimnisvolle, mystische Seite des Mittelalters im Fokus.
Passend zur 2016 erschienen CD „Ars Mystica – Selectio 1989 - 2016“, einer Zusammenstellung in den letzten 27 Jahren vertonter Mythen, Sagen und Zaubersprüche des „dunklen Zeitalters“ hat die Band ein ganz besonderes Liveprogramm geplant: an ganz besonderen Spielstätten, in Kirchen und Konzerthäusern, werden Magie, Fabelwesen und Legenden wieder zum Leben erweckt. Dabei reizt die Band das gesamte Klangspektrum ihres umfangreichen mittelalterlichen Instrumentariums aus.
Dudelsäcke, Schalmeien, Flöten, Drehleier, Cister und Percussion werden zu einem zauberhaften Klangbild mit getragenen Melodien, e pischen Gesängen und hypnotischer Rhythmik verwoben. Nicht fehlen darf dabei der neue Titel „Corvus Corax Trioculi“, die mittelalterliche Version des „Game of Thrones“ - Titelthemas, die Corvus Corax besonders am Herzen liegt. Zu den ersten Dreharbeiten der Pilotfolge damals eingeladen und als Live - Musiker vor Ort agierend ist die „Ars Mystica“ - Tour ohne die „GoT“ - Bearbeitung kaum denkbar.

Impressum

Chefredakteurin
Rhea Lange
Autoren
Amandara, Bläcky, Bernd Sonntag, Danger Dan, Elke Schertel, Jojo, Jürgen Sack, Naseweis, Robert A. Ohme, Tine, Vicepotae
Leiter IT
Trond Schertel
Fotos
Bernd Sonntag, Elke Schertel