Mediaval-Bote

Nachrichten vom Goldberg

Fünf Jahre Bucht und noch kein bisschen leiser

Der Admiral Der Admiral mit seinem Degen

Es war eine metseelige Nacht anno 2013. Ulf Schertel war damals als Stagehand auf dem Festival-Mediaval unterwegs und hatte somit VIP-Zugang. Als er in Richtung seiner Schlafstätte ging, lief er Bläcky in die Arme. Sie setzten sich nieder und schmarrten (= „sich angeregt unterhalten“ auf fränkisch) die halbe Nacht. Im Verlauf dieses Gespräches äußerte Bläcky den Wunsch nach einem Floß. Ulf, vom Met ermutigt, meinte, er mache sich Gedanken darüber.
Ein paar Tage darauf fragte Bläcky Ulf nochmals, ob er sich tatsächlich vorstellen könne, den Bereich zu wechseln, Orga zu werden und ein Floß zu bauen. Und dieser sagte zu. Er schaute sich viele Flöße an und begann, Pläne zu machen. Im Februar darauf übergab er Bläcky die Skizze für ein Boot mit der Grundfläche von 6 x 11 Metern. Bläcky war freudig überrascht, auch von der Größe des Floßes und genehmigte das Vorhaben sofort.
Der Plan wurde daraufhin ausgearbeitet und dem TÜV vorgelegt. Auch dort bekam Ulf einen positiven Bescheid. Ende August im selben Jahr war dann Baubeginn. Ulf bezeichnet den Bau des Floßes als eine Zeit von Blut, Schweiß und Tränen. Doch schließlich war es soweit: das Boot wurde gewassert. Der TÜV-Prüfer kam und nach einer eingehenden Begutachtung bekam es die TÜV-Plakette. Auf die Frage des Prüfers, welche Bootsart er im Fahrzeugschein denn eintragen solle, antwortete Ulf: Piratenfloß. Und so geschah es. Mit ziemlicher Sicherheit ist unser Floß weltweit das einzige Piratenfloß mit TÜV-Zulassung.
Möglich war das Ganze natürlich nur, weil die Familie Rödel den Haidteich dafür zur Verfügung stellte. Bernd Rödel taufte das Floß während des Eröffnungsaktes auf den Namen „Nameless“. Und die Goldbergbucht war geboren.
Da lag die Nameless nun also vor Anker und wurde bewirtschaftet. Aber die Bucht war zu diesem Zeitpunkt noch wüst und leer. Es gab nur die Schänke unter der Leitung von Petra und ihrer Helferin Tine. Und das Raubvogellager Beilried hatte seine Zelte aufgeschlagen. Im Eröffnungsjahr regnete es zudem permanent. Dennoch strömten die Menschen in Scharen auf das Floß.
Ulf wurde von Bläcky zum Admiral der Piraten ernannt.
Im Jahr zwei der Bucht wurde die Struktur verändert. Der Admiral hatte das Floß zu organisieren und um den Rest der Bucht kümmerte sich Basti Aumüller. Es gab Zuwachs: eine Fressbude, das Wikingerlager, Wikingerboote, Kinderbespaßung und erstmals eine schauspielerische Aufführung: das Pirates Action Theatre führte unter Einbeziehung der hauseigenen Piraten die erste Schlacht um die Goldbergbucht auf.
Im Jahr drei kam es zur totalen Machtübernahme durch den Admiral. Das heißt, er kümmerte sich um die gesamte Bucht. Dieser Zustand dauert bis heute an. Parallel dazu wurde Tine die zuständige Orga für die Schänke. Zusätzlich kamen dazu: die Kokosnussbar und die Hundlinge mit ihrem Lager. Die Schlacht um die Bucht blieb im Programm. Allerdings nicht mehr mit Profi-Schauspielern, da unsere Piraten und Teilnehmer der anderen Lagergruppen mit genauso viel Elan und Geschick spielen. Natürlich lagern auch unsere Piraten um den Admiral in der Bucht.
Konzerte auf dem Floss waren von Beginn an Teil des Programms. Die Gruppe Pyrates! spielt jedes Jahr dort und mittlerweile hat sich eine Freundschaft zwischen ihnen und den Festival-Piraten entwickelt.
Der Admiral tritt seit einigen Jahren auch mit den BlackBeers in der Bucht auf.
Im Jahr vier wurde die Schänke neu gebaut und ist jetzt ein richtiges Schmuckstück. Zudem errichtete man eine kleine Bühne außerhalb des Floßes für die Konzerte. Die Gäste können nun auch während einer Darbietung auf dem Floss bewirtet werden.
Im Jahr vier bauten die Piraten ein kleines Beifloß, das für pyrotechnische Effekte genutzt wurde.
2018, im Jubiläumsjahr der Bucht, gibt es wieder eine Neuerung: die Kokosnussbar wurde umgebaut. Dort steht nun ein Leuchtturm. Das war ein Wunsch des Admirals. Natürlich ist er in der Dunkelheit beleuchtet (der Turm, nicht der Admiral), wie es sich für einen ordentlichen Leuchtturm gehört. Dies setzte Jojo Benker um.
Der Eintritt in die Bucht war von Beginn an kostenlos. So bietet sie die Möglichkeit, Festival-Luft zu schnuppern. Und es verwundert es nicht, dass sie sehr viele Menschen anzieht.
Wir gratulieren zum Jubiläum!
Yoho, Ahoi and avast
Being a Pirate is really Badass

Elkesch

Review Donnerstag

Eigentlich war es mein Plan heute im Festival-Mediaval Boten von einem Konzert zu berichten, die Eindrücke von gestern haben mich den Plan doch etwas über den Haufen werfen lassen. Weil allein der erste Tag mal wieder wunderschön zeigte, was aus musikalischer Sicht dieses Festival-Mediaval so einzigartig macht.
Zuerst mit Corvus Corax ein Fantastical, eine Mischung aus Erzählung, Musical und Konzert, danach Symphonic Metal und Rock mit Elfenthal und zum Abschluss Subway to Sally, die mit ihrem Mittelalter-Rock den Platz vor der Schlossbühne so richtig zum Beben brachten. Ein echtes Experiment war die „Fluch des Drache-Aufführung“ in Selb. Denn normalerweise ist das Stück deutlich länger und wird in 2 Akten von einer Pause unterbrochen. In Selb hat man versucht, bzw. versuchen müssen, es auf 90 Minuten einzudampfen, was nur zum Teil geglückt ist. Wenn man das Glück hatte wie ich, mehrere Aufführungen zu sehen und dabei mitbekommt, wie sich das Stück von Aufführung zu Aufführung immer wieder unterscheidet und auch die Länge nie gleich war, kann man gut ermessen wie schwierig das ist.
Grund ist hier vor allem Erzähler Johannes Steck. Der hat zwar ein festes Konzept und natürlich den Handlungsstrang fest vorgeschrieben. Was er daraus macht ist aber jedes Mal immer wieder anders. So bekamen in Selb u.a. die Herren Seehofer und Trump ihr Fett weg. Auch wenn seine launigen Bemerkungen etwas untergingen. Den Kürzungen fielen dann auch einige witzige Szenen zum Opfer, leider! Und auch der Auftritt von Menschen aus dem Publikum war zeitlich bedingt nicht möglich.
Eine Stärke des Fantasticals ist sicher, dass die Fantasystory von Markus Heitz nicht bierernst auf die Bühne gebracht wird. Das passt ja auch nicht zu den Königen der Spielleute, denen der Schalk im Nacken sitzt. Gut zu beobachten beim Kurzauftritt von Dichterfürst Jordan, der für viel Heiterkeit im Publikum sorgte.
Absolut genial funktionierten dagegen auch in Selb alle dargebotenen Songs. Sicher war der eine oder andere Corvus Corax Fan der den „Fluch des Drachen nicht kannte, irritiert, weil das wesentlich Poppiger und Mainstreamiger daherkommt, das ist so aber auch gewollt.
Das Fantastical ist ein Stück für die ganze Familie und nicht nur etwas für die Mittelalter-Musikfans. Auch im nächsten Jahr wird es noch einige Fluch des Drachen Aufführungen geben. Damit sich der Reiz des Stückes, die Klasse von Erzähler Johannes Steck und die Musik so richtig entfalten können, muss man dem großartigen Ensemble auch größere Freiheiten geben, ein zeitlich einengendes Korsett nimmt den Stück doch viel von seiner Faszination.
Trotzdem war es aber auch in Selb eine Bereicherung des Festivalprogramms und zeigte eindrucksvoll mit welche Kreativität Corvus Corax gesegnet sind. Und das Ensemble mit den Gastsängerinnen Katja Moslehner, Maxi Kerber, „Mandelauge“ Ji-In Cho und Marcus Gorstein ist eh ein echter Glücksgriff.
Völlig andere Klänge gab es danach auf der Burgbühne. Elfenthal, die Band von John Kelly und Maite Itoiz hatten mit 3 Tänzern und Band im Vergleich zum letzten Jahr noch etwas „aufgerüstet“ und begeisterten mit ihrer Show das Publikum. So sehr, dass man, obwohl die Spielzeit bereits aufgebraucht war, um eine Zugabe nicht herumkam. Gut, dass man ihnen diese dann auch zubilligte. Auch wenn John Kelly danach gar nicht so glücklich mit dem Auftritt war, weil aufgrund der zeitlichen Verzögerungen zuvor, der Soundcheck zu kurz ausfiel, war Elfenthal gerade für Liebhaber des Symphonic Metals ein echter Genuss. Und eins muss man immer wieder besonders herausstellen. Obwohl John Kelly momentan wohl einer der vielleicht erfolgreichsten Musiker Deutschlands ist, mit „seiner“ Kelly Family die Massen nur so anzieht und die größten Hallen Deutschlands ausverkauft, ist er der selbe unglaublich bescheidene und nette Mensch geblieben. So war das Festival-Mediaval, das beide extrem liebgewonnen haben, auch dieses Jahr eine echte Herzensangelegenheit. Elfenthal sind als Rockshow für wirklich jedes Festival eine echte Bereicherung.

Autor

Künstlerinterview: BerlinskiBeat

BerlinskiBeat BerlinskiBeat

Am Freitag ist bei BerlinskiBeat wieder türkis Trumpf auf der Bühne. Als kleine Einstimmung haben wir Castus um ein kleines Interview gebeten. 11 Jahre Festival - auch für Castus haben wir 11 Fragen parat.
1) Lieber Castus, ihr habt ja inzwischen unglaublich viele unterschiedliche Projekte neben bzw, mit Eurer Band Corvus Corax. Mit einem, nämlich BerlinskiBeat steht ihr heute auf der Bühne, nicht zum ersten Mal beim Festival-Mediaval. Wie kam es denn überhaupt zu diesem Projekt?.
Bevor es Corvus Corax gab, spielten einige Leute von uns in der Band Tippelklimper. Das war einerseits mittelalterliche Spielmannsmusik und andererseits Folklorepunk mit vielen Balkaneinflüssen. Norri andererseits kommt aus Berlin Neukölln, einem Schmelztiegel der Kulturen. Als wir BerlinskiBeat gründeten, haben wir also die Musik unserer Jugend vereint :) .
2) Die Kombination von Dance Grooves, Blasinstrumenten, Dudelsack, Balkansound und Berliner Dialekt sind einzigartig und da noch nie zuvor in der Weise irgendwo hörbar sehr modern und einzigartig. Trotzdem ist Euer zweites Album eher wieder ein Blick in die Geschichte, weil ihr die Berliner Schlager der Goldenen Zwanziger in die Gegenwart holt. Irgendwie lässt Euch bei keinem Projekt die Geschichte los, oder? Oder war das eher ein einmaliges Ding und das nächste BerlinskiBeat Album wird einen völlig anderen Schwerpunkt haben? Vielleicht mal richtig Südamerikanisch?.
Auf dem letzten Album hat man ja schon Mariachiklänge vernommen. Teile der Produktion wurden sogar in der mexikanischen Karibik gemacht. Eigentlich wären auch chinesisch-mongolische Einflüsse mal nicht schlecht. Wir sind musikalisch gesehen offen für Alles. .
3) Apropos neues Album. „Fräulein könn‘ Sie linksrum tanzen“ wurde im August 2016 veröffentlicht, ist also schon 2 Jahre alt. Lass uns mal einen kleinen Blick in die Zukunft von BerlinskiBeat werfen. Wie geht’s weiter? Wann gibt’s ein neues Album? Was habt ihr mit der Band in nächster Zeit so vor?.
Im Oktober werden wir mit BerlinksiBeat in Mexiko auf dem größten Festival des Landes spielen und Anfang nächsten Jahres werden wir auf einem Schiff die Leute zum Tanzen und den indischen Ozean zum Kochen bringen. Dann werden wir sehen. .
4) Ich glaub ihr wart eigentlich jedes Jahr beim Festival-Mediaval dabei, in diesem Jahr ja auch mit 2 Projekten, da hat man sicher in den letzten Jahren auch vieles erlebt, was einem besonders in Erinnerung bleibt. Was war denn für dich so ein Highlight der letzten Zehn Jahre Festival-Mediaval?
Entschuldige, dass ich uns selber ins Spiel bringe, aber das Konzert mit Wadokyo und Corvus Corax war einfach ein persönliches Highlight. Ich hoffe, das können wir irgendwann wiederholen. .
(Persönliche Anmerkung des Interviewers: Das würde ich mir auch wünschen!) .

Forts. Künstlerinterview: BerlinskiBeat

5)Auf was freut sich der Musiker Castus denn in diesem Jahr beim Festival-Mediaval besonders? Was willst Du Dir denn selbst angucken?.
Beim Festival-Medival trifft man im Backstage einen Haufen Freunde und Bekannte. Wir lieben besonders die familiäre Stimmung. Und dieses Jahr freuen wir uns auf das Konzert von Maite und John Kelly, mit denen uns eine jahrelange Freundschaft verbindet. .
6) Ihr wart schon mit Wadokyo in Selb, gestern mit dem großartigen Fantastical „Fluch des Drachen“, allerdings noch nie mit Cantus Buranus. Für mich bis heute das beeindruckendste was ihr geschaffen habt. In dem Jahr waren 2 Aufführungen von Cantus Buranus geplant, leider wurde ja die Veranstaltung in Prag abgesagt, so dass es wohl nur die Aufführung am 22.09 am Marktplatz von Quedlinburg geben wird. Wenn man Cantus Buranus schon mal gesehen hat, weiß man wie gewaltig der Aufwand ist, und die Abstimmung mit Orchester und Chor bedeutet ja auch einiges an Arbeit. Ist das nicht Wahnsinn für gerade mal ein Konzert und wäre das nicht auch mal etwas fürs Festival-Mediaval?.
Du sagst es. Cantus Buranus auf dem Festival-Medival ist die Sahne auf dem Törtchen. .
7) Wenn wir schon mal Gelegenheit haben mit dir zu reden, müssen wir natürlich auch über Corvus Corax sprechen, noch dazu wo das neue Album Skal gerade erschienen ist und Euch auch wieder viel Lob eingebracht hat. Ab 19.09 seid ihr damit auch auf Tour. Was sollte man unbedingt über das Album deiner Meinung nach wissen und auf was dürfen sich die Besucher freuen?.
Endlich ist es möglich, ohne groß alte Sprachen studiert zu haben, bei Corvus Corax mitzusingen. Wir singen bei unserem Programm teilweise in modernem Deutsch. Alte Lieder neu gemacht, damit jeder Spass dran hat und selbst Helene Fischer kann mitsingen, die übrigens ein großer Fan von uns ist. .
8) Ich habe dich als sehr geerdeten, offenen Menschen kennengelernt, der sehr gerne reist, sich auch mit der jeweiligen Kultur des Landes und der Musik auseinandersetzt und der sich glaub ich überall zu Hause fühlt. Findest Du es nicht auch sehr erschreckend, dass der Rassismus weltweit immer mehr zunimmt?
Es steht schon in der Bibel geschrieben, "und endlos ist die Dummheit der Menschen." Wenn man wie Corvus Corax und BerlinskiBeat viel durch die Welt reist und sich durch andere Kulturen inspirieren lässt, versteht man die geistig Zurück- und Daheimgebliebenen nicht. .
9) Du bist ja mit einer Mexikanerin verheiratet und bezeichnest Mexiko als deine zweite Heimat. Was fasziniert dich gerade an Mexiko so?.
Land, Leute, Musik, Essen. Es ist einfach eine irre Kultur die jeder erlebt haben muss. Und dann versteht man auch meine Faszination. .
10) Gefühlt bist du mit Corvus Corax ja schon auf der ganzen Welt unterwegs gewesen und dort aufgetreten. In welchem Land spielst Du denn persönlich am liebsten und welches Publikum ist das begeisterungsfähigste? Und wo würdest Du gerne unbedingt mal noch auftreten?.
Ich würde gerne mit Cantus Buranus in Sydney in der Oper auftreten. Ansonsten haben wir natürlich noch viel vor. Man kann nicht wirklich sagen, in welchem Land die Leute am begeisterungsfähigsten sind. Lateinamerika ist natürlich dafür bekannt, dass die Menschen Feuer im Arsch haben. Dafür haben uns in Russland die Fans beim Stagediven fast das Kostüm vom Leib gerissen und in Ostasien sind die Frauen weinend zusammengebrochen vor Extase. .
11) Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft?.
Natürlich erstmal Weltfrieden und ein Amtsenthebungsverfahren für Donald Duck... äh Trump. Wir sind jetzt mit Corvus Corax auf Tour und hoffen natürlich, dass viele Leute vorbeikommen. Wir wollen auch die nächsten Jahre mit unseren vielen Projekten Aufsehen erregen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann dudeln sie noch heute.

Cartaras Rankenwelt - Schönes fürs Haar

Sie macht Kaltschmiedearbeiten in Form von elfenhaften Schmuckstücken. Replikate aus der frühmittelalterlichen Geschichte wie Fibeln, Armreifen und Ringe. Replikate aus der der Zeit der Alemannen, aus der Zeit der Kelten und aus der Zeit der der Germanen gehören ebenso zu ihrem Repertoire. Hier auf dem Festival hat sie aber überwiegend Elfenschmuck dabei und zwar zu 95% Haarschmuck: Haarperlen, Haarspiralen, Haarreifen, Haarranken. Sie benutzt zur Herstellung folgende Materialien: Silber, Bronze, Kupfer, versilberten Draht, Messingdraht und nur auf Bestellung Eisendraht. Der macht es billiger, aber er wird auch eher selten angefordert. Die Steine, welche sie nutzt, sind Swarovski-Kristalle.
Wer bei Cartara kauft, wird auch eingewiesen, wie der Haarschmuck ins Haar eingebracht wird. Denn es ist nicht ganz so einfach, eine Strähne einzufädeln, oder den Schmuck einzuflechten. Zudem muss man wissen, welche Art der Befestigung im Haar zum Schmuckstück am besten passt. Und dazu ist die Erfahrung von Cartara nötig.
Ohne Bedienungsanleitung oder ohne Erklärung geht bei ihr keine Kundin vom Stand.
Sie ist im achten Jahr beim Festival-Mediaval dabei, aber erst im siebten Jahr als Händlerin. Sie ist Mitglied des Trosses und hat mit Bläcky gesprochen, ob sie sich mit ihrem Stand präsentieren darf. Und seit 2012 ist sie auf dem Handwerkermarkt dabei. Alle ihre Werkstücke sind reine Handarbeit. Lediglich die kleinen Elemente, die eingefügt sind, werden zugekauft.
Sie ist generell eine Gegnerin von Massenfertigung, Kinderarbeit, billiger Fertigung. Sie versucht auch in ihrem privaten Leben, korrekt einzukaufen und somit ihren ethischen Ansprüchen gerecht zu werden. Der Name Cartara ist übrigens zusammengesetzt aus ihrem Namen und dem ihrer Tochter und zeigt ihre Verbundenheit zu ihr.

Elkesch

Highlightbox - Qntal

Qntal

QNTAL feiern auf dem Festival-Mediaval 2016 ihr 25-jähriges Jubiläum!
Die Moderne ins Mittelalter und das Mittelalter in die Moderne zu tragen – dieser Ansatz zeichnet das Schaffen von QNTAL aus. Sie vermitteln Gefühls- und Gedanken-welten, die für das 12. und das 21. Jahrhundert Gültig- keit besitzen: Liebe, Trauer, Sehnsucht, Schönheit, Transzendenz. Alle Versuche QNTAL in einer wie auch immer gearteten Szene dingfest zu machen sind zum Scheitern verurteilt. Historische Instrumente, orientalisch anmutende Percussion und fein abgestimmte elektro-nische Versatzstücke führen die Idee, eine neue Alte Musik zu erschaffen konsequent fort. Konsequent anders und doch mit der gleichen Gabe gesegnet, an jene ur- sprünglichen Gefühle und Fantasien zu rühren, die die Menschheit seit jeher umtreiben.
Qntal wird ein absolut einmaliges, noch nie dagewesenes Akustikkonzert mit vielen Gästen bieten!

Rhea Lange

Solve et Coagula e.V. oder das Workshop-Lager

Solve et Coagula e.V.

Um das große Workshop-Zelt befindet sich ein kleines Lager. Dort ist die Workshop-Lagergruppe angesiedelt. Seit 2012 nimmt sie sie am Festival-Mediaval teil. Einige Mitglieder der Gruppe geben Kampf-Workshops zum Thema HEMA, Historical European Martial Arts. Dies sind Kampftechniken, die in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert verbreitet waren.Die Gruppe um Christian Stickel nutzt historische Quellen, nach denen sie arbeiten und kämpfen.
In diesem Fall ist es das Wissen von Paulus Hector Mair aus dem 16. Jahrhundert. Er war aus Augsburg und hat ein sehr umfangreiches Kompendium von waffenbasiertem Kampf zusammengestellt. Danach trainieren sie in Fulda dreimal wöchentlich.
Die Zelte, in denen die Mitglieder des Lagers wohnen und deren Bemalungen sind ebenfalls historisch belegt. Ihre Gewandung ist im Stil des ausgehenden 13. Jahrhunderts. Die Kampftechniken sind in etwa 300 Jahre später angesiedelt, da aus dem 13. Jahrhundert wenige überliefert sind. Die Lagergruppe besteht aus ungefähr 30 Freunden, die im Jahr fünf Lager an verschiedenen Orten in Deutschland machen. Sie sind Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Solve et Coagula e.V.
Solve et Coagula, ist ein Ausdruck, der eigentlich aus dem Bereich der Alchemie kommt und soviel wie „lösen und verbinden“ bedeutet. In der Fechtkunst ist dies ebenso ein wichtiges Thema: das Eingehen und Lösen einer Klingen-Bindung.
Daher erschien den Gründern des Vereins dieser Spruch als Name passend.
Wenn Ihr dort oben im Workshop-Areal unterwegs seid, habt Ihr vielleicht das Glück, auf der Wiese zwei Menschen mit Sicheln oder Stöcken kämpfen zu sehen. Es wirkt sehr anmutig, fast ein bisschen wie Ballett. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Elkesch

Besucher erzählen – Constanze Kreiss aus Schweden

1) Wie heisst Du denn?
Constanze Kreiss, ich komme aus Boliden, das liegt in Nordschweden 30km von Skellefteå entfernt im Vorletzten Bundesland (Län) das Västerbotten heisst.
2) Warst Du schon mal in Deutschland und beim Festival-Mediaval ?
Ich war auf dem 1. Festival-Mediaval dabei, damals als Aushilfe im Stand von Miroque durch eine Freundin. Seit 2014 war ich jetzt jedes Jahr dabei.
3) Was gefällt Dir beim Festival am besten?
Für mich ist es die Musik und Freunde die mich zum Festival treibt. Ein wenig in eine andere Welt abtauchen die ich hier in Schweden vermisse. Ich habe früher auf Mittelaltermärkten gearbeitet und dieses besondere Flair genossen. Es ist auch schön so viel Kleinkunst zu erleben und den Handwerkern über die Schulter zu schauen.
4) Wo habt ihr vom Festival-Mediaval gehört?
Eine gute Freundin hat mich zum Festival gebracht und Jahre später eben Freunde mit denen ich sonst beim Wave Gothik Treffen in Leipzig bin.
5) Was interessiert Dich in diesem Jahr am meisten? Was ist Dein Bandfavorit?
Eine schöne Zeit mit Freunden verbringen. Freunde treffen die ich sonst nie sehe und besonders freue ich mich auf Euzen. Aber auch andere Bands die ich lange nicht gesehen habe wie Schandmaul und die Sandsacks. Und Versengold habe ich noch nie gesehen. Ansonsten lernt man jedes Jahr neue Bands kennen und lieben. Gute Musik bedeutet mir einfach sehr viel.
6) Besuchst Du nur das Festival oder bleibst Du etwas länger in Deutschland?
Ja ich komme nur zum Festival und weiß das ich davon eine Weile zehren kann :-)

Bernd Sonntag

Klingenrausch, die Musik Mittelerdes und des Henkers

Session Session im Literaturzelt

Welch grandioser Auftakt am gestrigen Donnerstag im Literaturzelt! Hennen und Corvus verkörperten live auf der Bühne den Wettstreit ihrer Kapitäne. Mit Beorn dem Blender und Asleif Phileasson haben sie bereits die Ränge der Spiegel-Bestseller-Liste erkundet, und erstmals entführten sie das Publikum ins Totenmeer (sie lasen aus einem Manuskript, das sich noch im Lektorat befindet). Sie teilten sich die Bühne mit den Schattenwebern, die mit ihren frischen Songs – extra für die Saga komponiert – Autoren und Gäste überraschten und erfreuten. Friedhelm Schneidewind verriet faszinierende Dinge aus Tolkiens Leben und Werk – so packend ist wohl noch nie aus einem Lexikon(!) vorgetragen worden.
Jörg Olbrich begann heute mit dem „Winterkönig“ eine Geschichte aus dem dreißigjährigen Krieg, die er für Euch am Sonntag mit der Premierenlesung aus dem zweiten Teil, „Der tolle Halberstädter“, weitererzählen wird. Luci van Org rockte erst allein die Bühne und provozierte das Auditorium zu Spontanapplaus – und dann kam Tommy! Als sich drei Schattenweber dazugesellten, ging der Punk ab – äh der Blues, der Reggae und Unbenennbares. So viel Spaß und Freude bei einer Session können nur Profis verbreiten, die zwanglos aufeinandertreffen! Merklich genossen sie das selbst, und der Funke sprang sofort über. Die humorvoll vorgetragenen Stücke fuhren in die Glieder. „Unfassbar“, „großes Kino“ tönte es im Nachhinein aus dem begeisterten Publikum.
Hart beginnt der heutige Tag, denn mit den Söldnern des Klingenrauschs ist nicht zu spaßen. Sie kämpfen für Gold und Ruhm. Allen voran die mutige und kluge Kriegsherrin Eivora, die die Legion zusammenhalten muss und von Verrat befreien. Der Piper-Verlag hat zwei Exemplare der Schwertfeuer-Saga zur Verlosung mitgeschickt, die die beiden aus dem Publikum bekommen, die die interessantesten Fragen an Autor Robert Corvus stellen. In gleicher Runde stellt der erfolgreichste deutsche Fantasy-Autor Bernhard Hennen „Die Chroniken von Azuhr“ vor. „Die Moral ist ein wandelbares Flittchen.“, bringt Erzpriester Tormeno seinen Söhnen bei. Erbe, Bestimmung, Magie, Verrat, Liebe, Gewalt, Mission, Rache, Philosophie hat Hennen in einen Topf geworfen und ein außergewöhnliches Buch gezaubert.
Nimmt Susanne Pavlovic einen Stift in die Hand, um ihre Heldin Krona Karagin die Welt retten zu lassen, weiß das Stammpublikum: „Das wird witzig.“ Wenn an ihrer Seite Wolfram der Spielmann schreitet, noch witziger.
Drei Fragen an Friedhelm Schneidewind, das wandelnde Lexikon in Sachen Vampire, Drachen, Fantasy, Science-Fiction, Karl-May und natürlich Tolkien. Heute stellt er das Buch „Musik in Tolkiens Werk und darüber hinaus“ vor.
M-B: Wie alt warst Du, als Du den Herrn der Ringe das erste Mal gelesen hast und was hat Dich damals daran fasziniert?
Gerade einmal 18 Jahre. Zu allen Fragen, die mich als Jugendlicher bewegt haben, stand etwas im „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien.
M-B: Was fasziniert Dich heute daran, nachdem Du den „Herrn der Ringe“ vierzigmal in verschiedenen Ausgaben gelesen hast?
Zu allen Fragen, die mich als Erwachsener bewegen, steht etwas im „Herrn der Ringe“. Im „Silmarillion“ natürlich genauso. Als es 1978 auf deutsch erschien, schwänzte ich drei Tage die Berufsschule.
M-B: Warum ein extra Buch über die Musik von Tolkien?
Tolkien hat mit dem LOR nicht nur Schriftsteller, sondern auch jede Menge Musiker inspiriert, die Liedtexte von ihm zu Gehör bringen wollten. In unseren Seminaren bemängelten wir die Lücke und brachten 2010 ein erstes Buch heraus. Das neue Buch geht darüber hinaus, es beschreibt zum Beispiel seinen Einfluss auf die moderne Musik und behandelt weitere Werke von ihm.
Für Tommy Krappweis brauchen wir hier keine Werbung zu machen. Verraten sei nur, dass er den neuesten „Ghostsitter“ vorstellen wird und natürlich aus seiner Schule plaudern.
Elea Brandt hat sich als Senkrechtstarterin unter den fantastischen Debütautoren entpuppt. Kritiker loben ihre mittlerweile drei Bücher, deren „Unter einem Banner“ ein Thema behandelt, das im Mittelalter mit höchsten Strafen verfolgt wurde, die Liebe zwischen zwei Männern.
Die Schattenweber haben nur für uns neue Lieder komponiert, das melancholisch-hoffnungsvolle „Jahresbild“ nach einem Text von Friedrich Hebbel und „Geisterstunde“ über den Henker von Rothenburg. Aber Ihr müsst keine Angst haben, dass der Abend gruselig wird. Oder doch?

Amandara

Künstlerinterview: Annicke von Omnia/Shireen

Omnia hat bei unserem Festival in As mit ihrer neuen Besetzung und einer neuen Show für große Begeisterung im Publikum gesorgt. Wir sind schon sehr gespannt, wie die Show in Selb ankommt und haben Annicke, eines der Bandmitglieder gebeten uns ein paar Fragen vor dem Konzert zu beantworten.
Hi Annicke,
thanks for the great show in As. I have seen a lot of Omnia Shows. But i was totally surprised and fascinated. What was your feeling during and after the show?

HI Bernd! I had a really great time on stage. It feels like a privilege to be a part of this group of very talented people, and playing together with them brings me a lot of energy and joy. The Czech people are also very nice. After the show I was very content.
Can you give us a little report on how the new Omnia Collective was formed and what happenend in the last weeks until you went onto the stage together for the first time in As.
I was working in Denmark as a stylist and MUAH for a photoshoot of Heilung, and Steve and Jenny were doing the catering. We have been friends for some time and that evening we were hanging out when I heard they were looking for musicians for a very special show at Festival-Mediaval. It all happened quite spontaneously, I like to think fate had a hand in bringing us together.
Its surprising that you play with Omnia. You normally have your own band Shireen. I think you never played in germany before. Therefore it would be time to play there. I hope at the Festival-Mediaval. Can you tell the mediaval visitors more about your band and music and why do you play with Omnia?
Shireen did play in Germany once, at Wave Gothic Treffen 2017 in Leipzig. But of course we would love to play in Germany more often, we really love the scene. Festival-Mediaval is definitely on our bucket list.
Shireen plays a mixture of folk, rock and alternative. We like to call it Witchpop mainly because of the style, lyrics and overall ambience of the sound. We sometimes get compared to Euzen and Valravn, so if you like that you may also like Shireen. You can check it out on spotify, deezer, google play or www.shireen-music.com
I play with Omnia because I love playing music, and i love the energy of the songs and the group that we have. I consider each and one of them friends. Performing just makes me really happy.
We must speak about another Job of you for the band Heilung. You are the hair and make up artist but you don‘t sing with them? Can you tell us a little more about the Band?
Heilung has quite an amazing story. They are a very unique band. I have been make-up artist for Heilung from their first show at Castlefest, and I saw it grow rapidly to become the big project it is now. Their next show will be in October and they have been working on new songs that will need more vocal harmonies. I will be one of the new singers from October onwards.
You are a fashion and costume designer and your beautiful outfit during the Omnia shows give the people a little impression how creative you are. Is this your biggest passion? Or is it the music?
That is a difficult question, I think both. Music and Fashion go together very well, in video and branding for example. Music and Fashion enhance each other and work on a similar level, if you look at trends and ways of communication towards the audience. Fashion is not only about looks, it’s a subliminal language that expresses our identities, dreams and aspirations. So is music to me.
Which kind of fashion do you create, what is the difference to other fashion one can buy?
I design and make custom made to measure clothing, including wedding gowns, corsets, costumes and custom stagewear. A customer comes to me with specific wishes and I design and make the desired piece. I do it all myself, from A to Z so to speak. It’s a totally different concept from buying clothes in a store. You can see some of my work on my website: www.annickeshireen.com
You say about yourself “I am a workaholic”. Can you tell us a little more about the person we can meet the first time here in Selb.
I am a designer and a singer, I love to create things and aspire to only do work that I love. So that’s why I am usually working a lot, because I love doing it.
I think Omnia will stay the whole weekend in Selb and visit the festival. I believe you too. Is there a group you must see or want to see?
I definitely want to see the Euzen show and would love to see Qntal and Garmarna too if I have time.
The Omnia Collective plays only this two shows this year and i saw that happy shine in the eyes of the visitors, but in the eyes of the musicians too. And i am sure it would happen again this evening in Selb. Do you have any idea what happend then? Would you love it being a member of the collective for longer and go on tour with all of them?
We started with this group as a one-time only special show. What happens after this I don’t know yet, we will see!

Bernd Sonntag

Comic

Crew-Comic

Für euren Scheiß ist uns nix zu schwer!

Hanna Fuchs